Dezember 12

Zucchini anbauen leicht gemacht + reiche Ernte und was machen mit dem Zucchini-Überfluss

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Zucchini anbauen

Wie du spielend leicht Zucchini anbaust und verarbeitest

Zucchini – der Standort

Zucchini anbauen und Leckeres draus zaubern? Wie das geht erfährst du in diesem Beitrag. Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen und liebt nährstoffreichen Boden. Am besten bereitet man den Boden im Vorjahr schon vor, indem man Komposterde mit Mist mischt.

Es kommt nicht darauf an, welchen Mist man verwendet, denn es geht grundsätzlich jeglicher Mist. Wir haben Kaninchen, die ordentlich Mist machen. Den lagere ich auf dem Kompost, um ihn im nächsten Frühjahr auf das Zucchini-Kürbis-Beet aufzutragen.
Wichtig ist, dass der Mist nicht frisch ist, wenn man die jungen Pflanzen daraufsetzen möchte. Dieser schadet ihnen. Deshalb sollte man das Bodengemisch über den Winter ruhen lassen. Mit Komposterde gemischt gelingt der Boden am besten, da man erfahrungsgemäß viele Regenwürmer darin hat und diese die organischen Bestandteile bestens verwerten und gleichzeitig den Boden schön auflockern.

Hat man keinen Mist zur Verfügung – wobei sich hier ein Blick in lokale Kleinanzeigen lohnt, denn oft wird er kostenlos angeboten – geht natürlich auch Rasenschnitt oder noch besser Brennnesselschnitt.

Letztere enthalten viele Nährstoffe und vor allem viel Stickstoff, was die Kürbisgewächse brauchen.
Das Beet selbst sollte am besten in der vollen Sonne stehen. Über einen gewissen Zeitraum kann auch Schatten darüber liegen.

Zucchini – die Aussaat

Man kann die Samen entweder nach dem 1. Mai direkt in den Boden stecken oder kleine Pflanzen vorher in Töpfen im Haus vorziehen. Man sollte bedenken, dass die Samen ca. 1 Woche brauchen, bis sie gekeimt haben und dann noch 2 Wochen brauchen, bis sie ordentlich herangewachsen sind. Deshalb sollte man mit der Voraussaat in Töpfen etwa Mitte April beginnen.

Eher sollte man nicht aussäen, denn in den Töpfen ist nicht viel Erde, die dann schnell verbraucht ist. Die Pflanzen bilden schnell viele Wurzeln und verhungerte Pflanzen wachsen nicht so gut an.

Der Standort der Töpfchen sollte vollsonnig sein, am besten auf dem Fensterbrett sein. Die Triebe wachsen sonst unnötig in die Länge und sind dann beim Auspflanzen anfällig gegen Wind und Wetter.

Zucchini – die Pflanzung

Ich persönlich bevorzuge die Aussaat in Töpfen. Nicht jeder Samen keimt, weshalb ich dann genau weiß, wie viele Pflanzen ich von welcher Sorte habe. Pro Pflanze sollte man etwa einen Quadratmeter Platz einplanen. Auch wenn die kleinen Pflanzen noch niedlich klein sind, werden die ausgewachsenen doch recht groß. Pflanzt man sie zu eng, trocknen die Blätter nicht mehr so gut ab und man bekommt schneller Mehltau hinein.

Direkt nach der Pflanzung gießt man die Wurzeln kräftig an. Danach gießt man nur, wenn es nicht regnet und wenn die Blätter hängen. Man sollte möglichst nicht zu viel gießen, damit die Pflanzen ihre Wurzeln weit ausstrecken und auch tiefer wurzeln. Ansonsten muss man in längeren Trockenphasen im Sommer ständig gießen.

In den ersten 3 Wochen muss man mit Schnecken aufpassen. Die jungen Pflanzen können schnell abgefressen werden. Sind sie kräftiger, besteht keine Gefahr mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein kleiner Hügel, der dann schnell trocken wird, gut geeignet ist. Im Notfall kann man am Fuß die Schnecken abends absammeln. Auch ein Hochbeet* ist dafür gut geeignet.

Zucchini anbauen - Schritt 1

Anfangs kommt neben den Pflänzchen noch Unkraut hoch. Sobald die Pflanzen große und vor allem auch zahlreiche Blätter bringen, hat alles andere kaum noch Licht und wird verdrängt.

Zucchini anbauen - Schritt 2

Zucchini – die Ernte

Nach einigen Wochen zeigen sich die ersten Blüten. Allerdings blühen erfahrungsgemäß zuerst die männlichen Blüten. Diese haben einen langen Stängel und keinen dicken Fruchtknoten.

Diese kann man aber auch sehr gut verwenden. Die zarten frisch aufgeblühten Blüten passen sehr gut zu Salaten, in Suppen und Soßen oder geschwenkt in herzhaftem Eierkuchenteig und in Öl ausgebacken. Stiel und Pollenstängel mache ich dazu ab, verwende also nur die Blütenblätter.

Die Früchte sollte man nicht zu lange an der Pflanze lassen. Die Schale wird dann härter, der Saftgehalt der Frucht nimmt etwas hab und sie ist weniger knackig. Auch werden die Samen dann härter, sodass man diese entfernen muss.

Die Größe der Frucht ist nicht zwangsläufig ausschlaggebend. Es gibt ganz viele verschiedene Sorten mit unterschiedlich großen Früchten. Ich habe eine Sorte mit riesigen Früchten.

Vermutlich ist dort irgendwie Kürbis mit hineingekreuzt, denn die Pflanzen rankt wie ein Kürbis über das Beet. Die Früchte sind im ausgewachsenen Zustand riesig und haben ein Gewicht von über 5kg. Üblicherweise ernte ich sie mit einem Gewicht von etwa 2kg. Nur eine hatte ich aufgrund des rankenden Wuchses mal übersehen und dann einfach zur Samengewinnung wachsen lassen.

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Zucchini – die Samengewinnung

Man muss nicht unbedingt Samen im Handel kaufen, sondern kann bestens eigene Samen verwenden, sofern man einiges beachtet. Ich kaufe nur Samen, wenn ich eine bestimmte Sorte haben möchte. Ansonsten verwende ich meine eigene Nachzucht. Zwingend zu beachten ist, dass kein Zierkürbis in der Nähe wächst.

Viele Zierkürbisse sind nicht essbar sondern giftig. Sie enthalten Cucurbitacin. Es verursacht Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und kann sogar zum Tod führen. Dieser Stoff ist teilweise auch in Gurken enthalten, es kommt jedoch ganz darauf an, welche Sorte es ist.

Manche sind bitterfrei gezüchtet, wie die typischen Gewächshausgurken. Freilandgurken oder Gewürzgurken können besonders am Stiel bitter schmecken. Bei Gurken reicht es aus, wenn man die bitteren Enden großzügig wegschneidet. Bei Zierkürbis habe ich keine Erfahrungen, ob das bittere Gift in der gesamten Frucht verteilt ist und rate auch strikt davon ab.

Wer bittere Enden von Gurken kennt, der weiß wie unangenehm das schmeckt. Problematisch ist es dann, wenn eine Biene vorher an einer Zierkürbisblüte war und dann die weibliche Zucchiniblüte befruchtet. Dann kann sich die Eigenschaft das Gift zu produzieren hineinkreuzen und die Früchte im folgenden Jahr schmecken bitter und sind giftig.

Durch den bitteren Geschmack lässt es sich jedoch schnell feststellen und dann sollte man die gesamte Pflanze entfernen und Samen von benachbarten Früchten nicht aufheben, solange eine Befruchtung mit der giftigen Pflanze möglich war – also einfach noch die Früchte komplett ernten und erst nach etwa 2 Wochen die Samenzucchinis wachsen lassen.

Ohnehin sollte man sowieso jede Zucchini vor dem Verzehr roh an beiden Enden kosten – Kürbisse übrigens auch. Ich habe mir das schon seit langer Zeit angewöhnt und gehe lieber sicher. Denn auch bei Stresssituationen kann das Gift gebildet werden. Was man übrigens bei Gurken sehr gut merkt, wenn es gerade sehr heiß und trocken ist. Dann sind Gurken besonders weit in die Frucht hinein bitter.

Ansonsten lohnt es sich, wenn man mehrere Zucchinisorten anbaut und diese wild durcheinander kreuzen lässt. Das bunte Ergebnis im nächsten Jahr ist für mich immer ein tolles Erlebnis. So habe ich zum Beispiel diese gelbe Zucchini-Sorte angebaut:

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und im folgenden Jahr Früchte mit gleicher Form, aber grüner Farbe ernten können. Insofern sollte man sich von Informationen, die völlig davon abraten, eigens gewonnene Samen auszusäen, nicht verwirren oder abhalten lassen.

Der aufmerksame Leser von Samenverpackungen liest übrigens auch bei gekauften Samen, dass die Früchte vor dem Verzehr gekostet werden sollen und bittere Früchte weggeworfen werden sollen. Ich freue mich über meine Vielfalt unterschiedlichster Formen und Farben:

Zucchini in unterschiedlichsten Formen und Farben

Zucchini – welche Sorten sind empfehlenswert?

Mich faszinieren stets Sorten, die nicht so ganz gewöhnlich sind und welche ich auch nicht im Supermarkt kaufen kann. Insofern habe ich schon seit vielen Jahren verschiedene Sorten angebaut und kann sie sehr gut weiterempfehlen.

Neben den üblichen mehr oder weniger einfarbigen grünen, sind die gelben Zucchini ‚Gold Rush‘ auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Sie schmecken etwas fruchtiger als grüne:

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Wer gerne ungewöhnliche Formen möchte, der kann die bei den Ufo-Zucchini fündig werden. Sie lassen sich bestens füllen. Die gelbe Ufo-Zucchini ‚Sunburst‘ hatte ich schon beschrieben. Die Sorte ‚Custard White‘ ist eine sehr schmackhafte und geschmacksintensive Sorte, welche gegrillt besonders lecker schmeckt.

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Im Mittelmeerraum bekommt man häufig auch hellere Zucchini zu kaufen. Für diesen Farbschlag kann ich die Sorte ‚Cacerta‘ sehr empfehlen. Sie ist wunderbar zart und hat mittlere Größe:

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Auch sehr gut zum Grillen geeignet ist die Sorte ‚Green Griller‘. Sie hat eine super Form, die sich sehr schön für den Grill zurechtschneiden lässt. Bei ihr sollte man die Früchte nicht zu lange wachsen lassen. Sie können eine erstaunliche Größe erreichen. Dann ist die Schale allerdings etwas derber und man verwendet sie am besten für Suppe.

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Zucchini – was damit anfangen, wenn man viel zu viel erntet?

Nachdem ich einige Sorten beschrieben habe, ist sicherlich nicht schwer zu erraten, dass ich viel zu viele Sorten anbaue. Auch rechne ich immer damit, dass nicht alle Samen aufgehen und vielleicht die eine oder andere Pflanze eingeht.

Damit ich trotzdem genug Pflanzen von jeder Sorte habe, säe ich pro Sorte 5 Samen. Das macht ganz schnell über 30 Pflanzen. So viel sollte man nur dann anbauen, wenn man sie auch wirklich verwenden kann. Bei mir wird ein Teil verschenkt, einen Teil essen wir und der Rest wird dankbar für den zu erwartenden Mist im nächsten Jahr an die Kaninchen verfüttert.

Je nach Größe des Haushaltes sollte man mit 2-6 Pflanzen völlig reichen. Der Vorteil am „Gärtnern im Überfluss“, wie ich meine Art und Weise des Anbaus mal bezeichnen möchte, ist die Rezeptvielfalt, die sich automatisch ergibt. Man kann nicht mehrere Monate lang 2-3 Varianten der Zubereitung essen. Deshalb zähle ich hier mal einige Möglichkeiten auf:

  • Püriert als Suppe mit Sellerie, Knoblauch, Zwiebel, Kartoffel, Möhre, Kohlrabi, Sahne
  • Gegrillt oder gebraten mit Olivenöl, Meersalz und Bärlauch
  • Gefüllt mit Hackfleisch-Tomatensoße und Käse überbacken
  • Gebraten mit Gemüse
  • Gewürfelt in Tomatensoße zu Nudeln
  • Gewürfelt gebraten mit Rührei
  • Als gestapelte Scheiben zusammen mit Schinken, Käse, Zwiebel und Gewürzen überbacken (mit Zahnstocher und oben einer halben Tomate fixiert)
  • Als Gemüseschaschlik mariniert mit Zwiebel, Paprika, Champignons, Tomate
  • In Scheiben im Strudelteig gebacken mit Tomatensoße, Schinken und Käse
  • Als Scheiben mit Fetamasse (Fetawürfel, Knoblauch, Zwiebel, Thymian und Rosmarin) überbacken
  • Als Wrap-Pizza mit Tomatensoße, Schinken, Mozzarella und Tomaten

Als Auflauf mit Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Feta oder mit selbst gemachtem Halloumi überbacken:

Zucchini mit selbst gemachtem Halloumi

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten Zucchini zu verwenden, ohne dass man sie sofort herausschmeckt oder nicht mehr essen mag. Gesund sind sie in jedem Fall und bei eigenem Anbau, weiß man genau was man isst. Da sie zu den wirklich sehr pflegeleichten Gemüsesorten zählen, ist der Anbau für den Anfänger bestens zu empfehlen.

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Zucchini – mögliche Krankheiten und Schädlinge

Als Schädlinge sind eigentlich nur anfangs Schnecken ein Problem. Sie können junge Pflanzen komplett wegfressen. Teilweise hatte ich bei meinem Hügelbeet schon Mäuse, die mir die eine oder andere Hauptwurzel abgefressen haben. Bemerkt habe ich das, als die Blätter welk wurden. Da kann man dann nichts mehr machen.

Ansonsten kann Mehltau ein Problem werden. Wenn die Blätter weiße Flecken bekommen, ist es echter Mehltau. Da die Pflanze darunter leidet und die Früchte dann nicht mehr richtig wachsen und man sie auch nicht unbedingt mehr essen sollte, kann man sofort bei den ersten Anzeichen Molke mit Wasser im Verhältnis 1:1 die gesamten Blätter besprühen.

Da man Molke selten unbehandelt kaufen kann, nimmt man einfach Buttermilch. Die Milchsäurebakterien bekämpfen die Mehltaupilze und sorgen für ein saures Milieu. Gleichzeitig stärken Mikronährstoffe die Blätter.

Man sollte die Blätter am besten mehrfach damit behandeln. Es empfiehlt sich, die Pflanzen nicht zu dicht zu setzen, damit die Blätter nach Regen und Tau schnell trocknen. Das beugt vor und bei möglichem Befall kann man gute Ergebnisse erzielen. Mehltau bekommen die Pflanzen aber oft erst im Herbst.

Zucchini – Lagerung im Herbst

Erntet man die Früchte nicht zu zeitig sondern im etwa ausgewachsenem Zustand, dann lassen sich Zucchini durchaus über einige Wochen lang lagern. Sie reifen dann nach und man sollte sich nicht wundern, dass auf einmal reife Samen enthalten sind. Das Kerngehäuse sollte man dann nicht mehr verwenden, weil die Schalen um die Samen hart und holzig sind.

Im Lager muss man die Früchte regelmäßig kontrollieren und faulende Früchte sofort entsorgen. Ist der Lagerplatz jedoch nicht zu feucht und auch nicht zu warm, ist es optimal und man kann noch lange von der eigenen Ernte zehren.

Zucchini im fast ausgewachsenen Zustand

Schau Dir auch gerne meinen Beitrag zur Samengewinnung oder wie Du selbst Käse herstellen kannst, womit Du Deine selbst geernteten Zucchini überbacken kannst.

Viele Grüße,
Deine Christina


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