Samengewinnung für das nächste Gartenjahr

Samengewinnung

Samengewinnung für das nächste Gartenjahr – bereits im Sommer Samen von besonders guten Früchten ernten

Warum überhaupt eigene Samen sammeln?

Als Liebhaber unterschiedlichster Gemüsesorten gibt es für mich viele Gründe, warum ich mein eigenes Saatgut ernte. Die klassischen Sorten kann man jederzeit im Handel kaufen, aber ausgefallene Sorten bekommt man nicht überall und muss dann oft im Internet suchen. Zwar gibt es einige Anbieter, die ein breites Sortiment haben, aber bei allen Sorten, die über die üblichen, ich nenne sie einfach mal „Standardsorten“ hinaus gehen, bezahlt man gleich deutlich mehr Geld. Wenn man dann hemmungslos stöbert und hier und was etwas dem Warenkorb hinzufügt, erschrickt man zum Schluss über den Preis. Das muss aber nicht sein, wenn man eigenes Saatgut gewinnt.

Der Preis ist natürlich eines der schlagkräftigen Argumente. Gleichermaßen entscheidend ist bei mir, dass die Sorten sich untereinander mischen können und man dann sozusagen neue Sorten hat. Bei Zucchini und Kürbis ist das zum Beispiel der Fall. Für mich hat das stets eine besondere Faszination und je bunter gemischt desto besser.

Hier mal Bilder von Melonen aus selbst gewonnenen Samen:

Samengewinnung - Melonen aus selbst gewonnenen Samen

Samengewinnung - Grüne Melonen aus selbst gewonnenen Samen

Bestimmte Sorten bleiben aber auch erhalten und man kann bewährte Sorten in den Folgejahren ebenfalls anbauen. Vor allem dann, wenn man gleich deutlich mehr Samen gewinnt und dann nicht nur ein Jahr etwas davon hat.

Sehr gut ist auch die Samengewinnung von Salaten möglich. Man lässt die Pflanzen im Sommer einfach stehen, dann kommen automatisch die Blütenstände. Sobald die Samen mit den kleinen Schirmchen wie bei Pusteblumen aufgeplustert aussehen, kann man sie entnehmen:

Samengewinnung - Samen für Salate gewinnen

Und zum Beispiel für die Ernte im Herbst/Winter wieder aussäen. Da man oft viel zu viele Samen gewinnt, reicht es sogar aus, wenn man die Samen großzügig auf die Erde streut und dann bis zur Keimung schön feucht hält. Optimal ist da natürlich der Anbau im Gewächshaus. Diese kleinen Pflänzchen stammen von selbst gewonnenen Samen:

Samengewinnung - kleine Salatpflänzchen

Zu dicht stehende Pflanzen werden noch vereinzelt. An diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, wie man mit eigenen Samen wunderbar Geld sparen kann. Es hat aber gleichzeitig noch den Vorteil, dass man sehr flexibel ist. Man kann die Samen zu unterschiedlichen Zeiten aussäen und hat so über einen längeren Zeitraum Salat. Oft kann man Salatpflanzen nur im Frühjahr kaufen. Man muss sich sogar nicht mal wirklich Aufwand machen, denn die Samen fallen sogar von allein auf den Boden. Regelmäßig feucht halten und ggf. vereinzeln reicht völlig aus.

Auch bei Feldsalat nutze ich die Samenbildung. Im Sommer blühen nicht geerntete Pflanzen aus dem Frühjahr. Wenn die Samen reift sind, entferne ich alle Pflanzen und streue die Samen breit. So wachsen sie bis in den Herbst und ich kann im Herbst und Winter wenn es frost- und schneefrei ist, immer Feldsalat ernten.

Samengewinnung - Feldsalat ernten

Zusätzliche mache ich Freunden und Bekannten auch gerne eine kleine Freude, wenn sie von mir eine bunte Mischung an Samen geschenkt bekommen. Mit gleichermaßen begeisterten Gärtnern kann man auch gut Samen tauschen und bekommt so ganz andere Sorten.

Nachteilig ist, dass man beim Anbau von mehreren Sorten dann die Sortenreinheit nicht gewährleisten kann. Außerdem muss man bei Möhren und Rote Beete zum Beispiel auf das zweite Anbaujahr warten.

Wie Du Samen gewinnen kannst?

Bei vielen Gemüsearten ist es gar nicht schwer. Bei Tomaten muss man nur bei reifen Früchten die Samen vorsichtig mit einem Messer oder einem Löffel abschaben und auf ein sauberes Stück Küchenrolle geben. Sie trocknen dann fest und nach etwa einer Woche kann man sie dann ablösen. Es stört nicht, wenn noch etwas Fruchtfleisch daran ist, es sollten nur nicht zu dicke Stücke sein, damit die Samen gut trocknen können. Man kann sie auch in einem Sieb mit Wasser etwas abspülen, um weniger Fruchtfleisch daran zu haben.

Bei anderem Gemüse wie Paprika, Zucchini und Kürbis ist es noch einfacher. Man muss sie nur entnehmen.

Wo sollte man die Samen am besten trocknen?

Der Ort spielt nur insofern eine Rolle, dass es ausreichend warm sein sollte. Zimmertemperatur ist optimal. Bei zu geringen Temperaturen trocknen sie schlechter. Auch sollte man sich einen Ort raussuchen, wo sie mindestens eine Woche stehen können, ohne dass sie stören. Sie sollten auch schön luftig stehen, damit sie keinen Schimmel ansetzen.

Wie lange sollten man die Samen trocknen?

Ich lasse meine Samen mindestens 2 Wochen trocknen. Natürlich kommt es auch immer auf die Luftfeuchtigkeit des Raumes bzw. der Jahreszeit an. Bei trockener Heizungsluft geht es schneller.

Samengewinnung – Lagerung der Samen

Richtig trockene Samen können in Folietüten oder Gläsern aufbewahrt werden. Ich bevorzuge Folienbeutel. Super eignen sich solche Folien, die man ganz einfach öffnen und wieder verschließen kann:

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Bei der Größe 1Liter ist man auf der sicheren Seite und kann größere Samen wie Bohnen, Kürbis und Zucchini auch in größeren Mengen für die Folgejahre gut aufbewahren. Natürlich kann man auch kleinere Tüten verwenden. Wenn man nicht so viele verschiedene Samen sammelt, eignen sich auch solche kleinen Gläser:

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Ebenfalls geeignet sind Frühstücksbeutel, die man mit einem Knoten verschließt. Wobei leicht zu öffnende Beutel oder Gefäße bei der Aussaat deutlich praktischer sind.

Diese wiederum kommen in einen Karton, den ich dann dunkel stelle bzw. schließe. Besonders wichtig ist, dass die Samen beschriftet werden. Man sollte sie eindeutig zuordnen können. Wenn man den Sortennamen der Mutterpflanze kennt, dann sollte man diesen aufschreiben. Oder man beschreibt die Früchte oder von wem bzw. woher man sie bekommen hat. Sehr gut ist auch noch das Jahr. Nicht alle Samen sind über viele Jahre hin keimfähig. Das muss man einfach mit einer Keimprobe feststellen. Je kühler sie jedoch gelagert werden, umso länger bleiben sie keimfähig. Es darf aber weder feucht noch Frost herrschen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zur Samengewinnung?

Eigentlich immer 🙂 . Ich sammle die Samen immer dann, wenn es sich anbietet. So habe ich im Urlaub zum Beispiel diese tollen Tomaten bekommen:

Samengwinnung - Fleischtomate

Sie hat etwa die Form einer Fleischtomate, jedoch eine ausgeprägte Spitze. Außerdem geht die Farbe mehr ins pink als reines rot, was leider auf dem Foto nicht gut zu sehen ist. Ich habe dann einige der Samen herausgenommen und auf Küchenrolle zum Trocknen ausgelegt:

Samengewinnung - Tomatensamen auf Küchenrolle ausgebreitet

Im nächsten Jahr werde ich dann auch solche Tomaten anbauen 🙂 .

Hier mal ein Foto von einer gestreiften Tomate. Ich habe mir im letzten Jahr davon eine Pflanze im Gartenfachmarkt gekauft. Von den reifen Früchten habe ich Samen gesammelt und diese in diesem Jahr ausgesät. Die gestreifte Eigenschaft ist erhalten geblieben:

Samengewinnung - gestreifte Tomaten

Aber auch bei ganz klassischen Sorten wie Harzfeuer kann man gut die Samen von geernteten Tomaten gewinnen und im Folgejahr aussäen:

Samengewinnung - normale Tomaten

Auch bei gekauftem Gemüse kann man Samen gewinnen. Wenn man zum Beispiel Peperoni gekauft hat, die man richtig gut fand, dann hebt man einfach einige Samen auf. Bei Paprika lässt man die Samen entweder in einer kleinen Schale oder auf einem kleinen Teller trocknen:

Samengewinnung - Paprika

Gerade bei Paprika bietet es sich geradezu an, denn man nutzt die Samen nicht – von Peperoni mal abgesehen. Ich habe dieses Jahr Snackpaprikas ausgesät. Die Samen habe ich von einer gekauften Packung gewonnen. Es waren rote, gelbe und orangefarbene Früchte enthalten. Getrocknet habe ich sie im zeitigen Winter und dann ab Februar ausgesät. Jetzt sehen die Pflanzen so aus:

Auch von Kräutern kann man Samen gewinnen. So beispielsweise von Dill oder Fenchel. Lässt man die blühenden Samenstände einfach stehen, kann man die voll ausgereiften Samen mit der gesamten Rispe abschneiden. Dabei sollten die Samen reif sein, sich aber noch nicht bei geringsten Berührungen vom Stängel lösen. Die abgeschnittenen Rispen trocknet man noch für mindestens 2 Wochen in einem offenen Karton. Erst dann bröselt man die Samen ab und bewahrt sie luftdicht auf.

Samengewinnung - Samen von Rispen sammeln

Die Problematik zu Zucchini und Kürbis und das unbedingt zu vermeidende Einkreuzen mit dem giftigen Bitterstoff Cucurbitacin habe ich beim Beitrag Zucchini – einfacher Anbau, reiche Ernte und was mit dem Überfluss an Zucchinis anstellen? beschrieben. Den solltest Du unbedingt lesen!

Ich kann nur jeden ermutigen, selbst Samen zu gewinnen. Eigens gesammelte Samen machen noch mehr Freude beim Aussäen und Ernten und bringen eine gewisse Unabhängigkeit von den Saatgutanbietern mit sich. 🙂

Liebe Grüße,

Christina

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